Ragna Róbertsdóttir

Mindscape, 2010

Ragna Róbertsdóttir wurde 1945 in Reykjavik, Island geboren. Zwar wirken die meisten Ihrer Arbeiten ruhig und streng, sie beschäftigen sich jedoch intensiv mit uranfänglichen Kräften und Energien. Island ist in geologischer Hinsicht einer der unberechenbarsten Orte der Welt, ein Land, das ständig von Erdbeben- und Vulkan-Aktivitäten in Aufruhr gesetzt wird. Róbertsdóttir sammelt natürliches Material wie Basalt, Lavasteine und Muscheln und macht sich somit die Kraft der Natur ihres Heimatlandes zu Nutze. In ihren ‘lava landscapes’ beispielsweise wirft sie Hände voller Lavasteine an die Wand und erzeugt damit wunderschöne, monochrome Wandgemälde, die ein klarer Tribut an den Minimalismus sind, ihn aber auch gleichzeitig behutsam untergraben mit ihren durch Hunderte von einzigartig geformten Steinen besprenkelten Oberflächen. Die Lavasteine verändern auch die Distanz zwischen dem Galerieraum und dem Ort, an dem sie gefunden wurden; die Künstlerin repräsentiert in ihrer Arbeit nicht die Landschaft Islands sondern sie konfrontiert den Betrachter mit der isländischen Landschaft selbst. Indem sie die Maße der Arbeiten an den Raum anpasst, den sie beanspruchen, stellt sie sicher, dass Natur und Architektur untrennbar miteinander verbunden sind. Ihre kontrollierte Technik beweist eine nachdenkliche, gefühlvolle Beziehung zu ihrem Heimatland; sie trägt Island mit sich wohin sie auch geht. Auf diese Weise schafft sie eine einzigartige Form von geologischem Minimalismus und lässt aus den gewaltigsten Kräften der Natur ruhige, wunderschöne Arbeiten entstehen.

Ragna Róbertsdóttir ist eine der angesehensten zeitgenössischen Personen in Islands Kunstszene. Ihre Arbeit wurde in ihrem Heimatland bereits in den wichtigsten Institutionen ausgestellt. Ihre Werke wurden außerdem in Ausstellungen in  Skandinavien, Westeuropa, den USA und Asien gezeigt. Sie ist in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin und Reykjavik.