Mikala Dwyer

Square Cloud Compound, 2010
Black Sun Blue Moon, 2007

Mikala Dwyer (*1959 Sydney) benutzt Plastik, Styropor und Knetmasse um konventionelle Auffassungen von Material und der Gestaltung von Innenräumen in Frage zu stellen. Obwohl Dwyer außerhalb Australiens noch weitgehend unbekannt ist, sind ihre humorvollen, lose gefertigten  Arbeiten doch verwandt mit den Ideen der Künstlerin und Bildhauerin Eva Hesse – im Stil der US-Amerikanischen Zeitgenossinnen Jessica Stockholder, Sarah Sze and Terri Friedman. Mit ihren unkonventionellen Installationen und Skulpturen hat Mikala Dwyer ihren ganz eigenen, verspielten Stil entwickelt.

Ein Kritiker bemerkt: "Es fällt schwer, an Mikala Dwyers Arbeiten keine Freude zu haben – man kann es sich nicht verkneifen, über die spielerischen, unverkrampften Überbleibsel städtischen Alltags zu schmunzeln, die von ihren ursprünglichen Pflichten entledigt wurden und losgelassen sind in eine Welt frei von prosaischen Regeln und voll von Abenteuern wie das Zauberland von Oz.“ Dwyer hat aus einer schieren Unmenge von Materialien Installationen gefertigt: farbigen Strumpfhosen, Zigarettenstummeln, Pflaster, jegliche Art von Stoff, Pflanzen, Möbeln, Haushaltswaren, um nur einige zu nennen. Diese „ernsthaft verspielten Installationen“, lassen den Betrachter in kleine Welten abtauchen, in denen er eingeladen ist Raum, Gefühl und Vorstellungskraft zu erforschen.  

In ihrer Ausstellung "Black Sun Blue Moon" in der Hamish Morrison Galerie präsentierte Mikala Dwyer einen hängenden Garten („The Hanging Smoking Garden“) mit mehr als hundert frei-schwebenden Pflanzen. Die Pflanzen, Geldbäume zumeist, schwebten in ihren Mikro-Biosphären aus transparentem Plastik wie Planeten im Kosmos der Galerie. Der Garten lud zum Umherwandeln ein, zum Nachdenken und sogar zum Rauchen, denn in einige der Plastikbehälter hatte Dwyer Aschenbecher integriert, denn, so die Künstlerin: „It´s a fucked up garden.“

Ein Kreis von kleinen Skulpturen, menschlichen, tierischen und mythologischen Figurationen, formierte sich zur Travestie einer schamanischen Versammlung. Diese Wesen sind die Einwohner der „Spielwiese“, einem Dorf von kristallinen Architektur-Modellen aus Sperrholz. Diese entstanden wie im Spiel - ohne Planung - aus dem unmittelbar haptischen und tatkräftigen Umgang der Künstlerin mit dem Werkstoff.