Judy Millar

Do Be Do, 2013
A Better Life, 2010

Judy Millar (*1957, Neuseeland), die 2009 ihr Heimatland bei der Venedig Biennale vertrat, ist international bekannt für ihre malerische Praxis. Die Künstlerin geht von konzeptueller Malerei aus und zitiert frei aus der Geschichte der Malerei, wobei sie besonders die expressive gestische Praxis genussvoll "plündert". Millar bemächtigt sich bekannter Positionen, um sie zu analysieren und ihre ursprüngliche Bedeutung zu hinterfragen.  

Durch einen andauernden Dialog zwischen Architektur und Malerei, zwischen dreidimensionalem Raum und bemalter Leinwand, stellt die Künstlerin die traditionelle Beziehung zwischen Kunstwerk und Ausstellungsraum in Frage. Ein Meilenstein in Millars Arbeit ist der Prozess des Eliminierens, indem sie die aufgetragene Farbe mit ihren Händen, Armen oder mit Spachteln von der Leinwand wegwischt oder abkratzt. Die daraus resultierende Komposition aus positivem und negativem Raum, aus Anspannung und Ruhezustand, Kompression und Expansion, charakterisiert Millars außergewöhnliche Bearbeitung der Bildoberfläche.

Judy Millar lebt in Berlin und Auckland. Zu ihren letzten Einzel-ausstellungen zählen Be Do Be Do Be Do, Institute of Modern Art, Brisbane; I Give You The End Of A Golden Thread, Sullivan & Strumpf, Sydney; Comic Drop, Gow Langsford Gallery, Auckland; The Rainbow Loop, Museum Otterndorf. Sie war in Gruppenausstellungen vertreten wie Farbiges Grau, Mies van Der Rohe Haus, Berlin: Artists for Tichy, GASK, Gallery of Central Bohemia; The Hierarchy Problem, Rohkunstbau, Schloß Marquardt, Potsdam; Artists from Aotearoa, Frankfurter Kunstverein. 1994 wurde sie zum Moet & Chandon Fellow ernannt und 2002 war sie Preisträgerin des Wallace Art Award in Neuseeland. Sie erhielt Arbeitsstipendien der Colin McCahon Residency, Dunedin Public Art Gallery, des Goethe Instituts, Berlin und des ISCP Programms in New York.

Judy Millars Werk ist in vielen privaten und öffentlichen internationalen Sammlungen vertreten, u.a. Auckland Art Gallery, Te Papa Tongarewa Museum of New Zealand, Christchurch Art Gallery, Dunedin Public Art Gallery, Kunstmuseum St Gallen, CAP Art, Dublin.