Judy Millar (*1957, Neuseeland), die 2009 ihr Heimatland bei der Venedig Biennale vertrat, ist international bekannt für ihre malerische Praxis. Die Künstlerin geht von konzeptueller Malerei aus und zitiert frei aus der Geschichte der Malerei, wobei sie besonders die expressive gestische Praxis genussvoll „plündert“. Millar bemächtigt sich bekannter Positionen, um sie zu analysieren und ihre ursprüngliche Bedeutung zu hinterfragen.
Durch einen andauernden Dialog zwischen Architektur und Malerei, zwischen drei-dimensionalem Raum und bemalter Leinwand, stellt die Künstlerin die traditionelle Beziehung zwischen Kunstwerk und Ausstellungsraum in Frage. Ein Meilenstein in Millars Arbeit ist der Prozess des Eliminierens, indem sie die aufgetragene Farbe mit ihren Händen, Armen oder mit Spachteln von der Leinwand wegwischt oder abkratzt. Die daraus resultierende Komposition aus positivem und negativem Raum, aus Anspannung und Ruhezustand, Kompression und Expansion, charakterisiert Millars außergewöhnliche Bearbeitung der Bildoberfläche.
Judy Millar lebt in Berlin und Auckland. Zu ihren letzten Ausstellungen zählen A Better Life (Hamish Morrison Galerie Berlin), Matte Black (Galerie Mark Mueller, Zürich) Butter for the Fish (Gow Langsford, Auckland) und The Secret Life of Paint (Dunedin Public Art Gallery). ?In 1991 erhielt Millar ein Stipendium der italienischen Regierung für ein postgraduales Studium in Turin. 1994 wurde sie zum Moet and Chandon Fellow in Frankreich ernannt und 2002 war sie Preisträgerin des Wallace Art Award in Neuseeland. Am Goethe Institut Berlin, sowie der Public Art Gallery Dunedin erhielt die Künstlerin Arbeitsstipendien. Sie war 2006 die erste Gewinnerin der Colin McCahon residency und erhielt 2010 die ISCP New York Residency.
Judy Millars Werk ist in vielen privaten und öffentlichen internationalen Sammlungen vertreten, u.a. Auckland Art Gallery, Te Papa Tongarewa Museum of New Zealand, Christchurch Art Gallery, Dunedin Public Art Gallery, Kunstmuseum St Gallen, CAP Art, Dublin.