Fabian Seiz    

Oben ist wie unten, 2007

Alchemistische Maschinen, scheinbar grob aus Holz zusammengezimmert, illustrieren mathematische und philosophische Modelle. Doch zumeist trügt der Schein bei Fabian Seiz: die Maschinen fangen erst in den Denkbewegungen des Betrachters an zu funktionieren. Und die große Installation im Eingangsbereich ist im Wortsinn doppelbödig: der Boden ist eine Decke, oben ist wie unten.

Ein zentraler Reiz der trickreichen visuellen Apparaturen ist ihre Suggestion einer bevorstehenden Inbetriebnahme. Die Pseudomaschinen des Fabian Seiz sind soweit ausgefeilt, dass gleichzeitig mit ihrem Scheitern auch tradierte Welterklärungsmodelle hinterfragt werden. Diese Grenze zu wissenschaftlichen Behauptungen und Anmaßungen wird ausgelotet und immer verfehlt. Der Künstler spielt der Wissenschaft den Ball mit Leichtigkeit zurück, wohl wissend dass dieser nie bei ihr landen wird.

Der wichtigste Grundbaustoff von Fabian Seiz´ Installationen ist Holz. Holz sei wie Vodka, sagt Seiz, beides sei magisch und mache süchtig. Unter der Hand des Künstlers jedoch verändern die Baustoffe ihre Eigenschaften und kehren sie ins Gegenteil. Das Paradoxon ist denn auch das immer wiederkehrende Denkmuster, das seine Maschinen produzieren, ja das sie selbst verkörpern: die Maschinen funktionieren nicht – und sie funktionieren doch.

Fabian Seiz, geboren 1975, lebt und arbeitet in Wien. Er studierte an der
Akademie der bildenden Künste in Wien.