Treffpunkt

Frank Badur - Ronald de Bloeme - Mikala Dwyer - Prudencio Irazabal - Judy Millar - Sophia Schama- Han Schuil  - Fabian Seiz
 

 

Eröffnung: Freitag, 28. Januar, 18 -21 Uhr

Ausstellungsdauer: 28 Januar - 26. Februar 2011

 

Die Hamish Morrison Galerie freut sich, ihr Programm 2011 mit der Gruppenausstellung Treffpunkt zu eröffnen. Die Schau zeigt Arbeiten von verschiedenen Künstlern der Galerie. Zu entdecken sind bisher unbeachtete Verbindungen zwischen den einzelnen Auffassungen. Gleichzeitig veranschaulicht die Ausstellung, auf welche Art und Weise unterschiedliche Traditionen und Ideen in der Praxis kollidieren.

Judy Millars (NZ) Bilder scheinen auf den ersten Blick ihre Wurzeln im Abstrakten Expressionismus zu haben. Tatsächlich jedoch sind Millars gestische Markierungen ein Mittel der Zeichnung, ein Weg, um die paradoxe Beziehung der Malerei mit der Welt zu erforschen, die Malerei die einerseits versucht die Welt zu repräsentieren und gleichzeitig versucht Teil von ihr zu sein. In ihren aktuellen Arbeiten schafft sie Bilder, die in einem für sie typischen mehrdeutigen Raum zwischen Figur und Erde schweben und auf Formen aus der Natur, wie zum Beispiel Tannenzapfen oder Spinnweben, zu verweisen scheinen. Auch Mikala Dwyer (Australien) setzt modernistische und organische Formen in vielen ihrer Arbeiten ein. Sie arrangiert intime, häusliche Objekte wie Lampen, Aschenbecher und lebende Pflanzen zu Skulpturen, die beunruhigende Dialoge zwischen Modernismus, Magie, Gedächtnis und Mythos kreieren.

Häusliche Objekte spielen auch bei den Skulpturen von Fabian Seiz´ (Österreich) eine wesentliche Rolle. Seiz arbeitet fast ausschließlich mit gefundenem Holz - einem Werkstoff, der neben Intimität und Einfachheit auch Vergänglichkeit suggeriert. Er verwendet dieses Material meist um Skulpturen zu fertigen, die an "Automaten" erinnern, deren Funktions-tüchtigkeit jedoch lediglich andeuten. Diese Objekte, die von der  heutigen Industrie aus kalten, modernen Materialien wie Stahl und Kunststoff gefertigt werden, provozieren unter anderem eine Kollision zwischen traditionellen Materialien und zeitgenössischer Sinngebung die uns zwingt die moderne Welt unter einem veränderten Blickwinkel zu reflektieren. Ebenso zwingt Han Schuil (Niederlande) uns Inne zu halten und die zeitgenössische Kultur zu hinterfragen. Er nimmt flüchtige Bilder - ein Gebäude, eine Baustelle auf der Straße, oder eine allseits bekannte Batman Maske, die an einer WC Tür hängt - und verwandelt sie in Bilder, deren Betrachtung Zeit und Ruhe fordert. Mit alltäglichen Formen als Köder, lockt er die Zuschauer in seine Bilder. Hat er sie einmal gefangen, entsteht aus der Unverschämtheit seiner gefundenen Vorlagen, ein vielschichtiger Dialog über Farbe und die Geschichte der Malerei.

Frank Badurs (Deutschland) Werk fordert eine andere Art von Stille. Sein meditativer, minimalistischer Ansatz hat einen großen Einfluss auf eine jüngere Generation von deutschen Malern ausgeübt. Seine jüngsten Bilder zeigen eine Destillation von mehr als dreißig Jahren der Erforschung der Farbfeldmalerei. Seine klaren Abstraktionen, die ihre Wurzeln in der Moderne haben, zeichnen sich durch ein einzigartiges Verständnis der emotionalen Wirkung von Farbe, Licht und Raum aus. Prudencio Irazabal (Spanien) befasst sich ebenfalls mit den Wirkungen von Farbe und Licht. Die Oberflächen seiner Werke wirken durch ihre vollkommene Ebenmäßigkeit fast wie gegossen. Tatsächlich erzielen die Gemälde ihre profunde Tiefe und Leuchtkraft durch zahlreiche, ganz fein aufgetragene Farbschichten die einander durchdringen und sich in pures Licht in einem faszinierenden, vieldeutigen Raum auflösen.

Auch Sophia Schama (Deutschland) spielt in ihren Bildern mit Perspektive und Räumlichkeit. Auch Sie trägt Schichten heller Farben übereinander auf eine Leinwand auf. Über das Gemälde montiert sie eine Plexiglasscheibe, die sie ebenfalls bemalt. das Ergebnis ist eine irritierende Eliminierung der Bildgrenzen und gleichzeitig eine Betonung von deren Interaktion. Unterdessen verfolgt Ronald de Bloeme (Niederlande) einen anderen Ansatz der Eliminierung. Er verwendet Logos und Layouts kommerziellen Ursprungs, transformiert sie in seine eigene Bildsprache und überarbeitet sie zusätzlich mit Lackstreifen die an Abdeckband oder an zensierte Textstellen in amtlichen Dokumenten erinnern. Durch Überarbeitung und Zensur dieser Logos, von denen viele globale Marken oder Medien repräsentieren die eine große Macht über uns besitzen, verfährt er mit ihnen, wie sie es mit uns jeden Tag aufs Neue tun. Wie alle Künstler der Ausstellung `Treffpunkt´  untersucht auch er aktiv seine Rolle als Kunstproduzent und hinterfragt die Art und Weise der Funktion seiner Kunst in der Welt.