Sophia Schama 

ruled by no rules 

Eröffnung: Freitag, 10. Juni, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. Juni - 23. Juli 2011

`....Die Dogmen wechseln, und unser Wissen ist trügerisch; aber die Natur irrt nicht: Ihr Gang ist sicher, und sie verbirgt ihn nicht. Jedes ist ganz in ihr, und sie ist ganz in Jedem.´ Arthur Schopenhauer, Hauptwerke Band I, Die Welt als Wille und Vorstellung 

Die Hamish Morrison Galerie freut sich, die nunmehr sechste Einzelausstellung der in Berlin lebenden Künstlerin Sophia Schama präsentieren zu können. Bis Mitte Mai 2011 waren zahlreiche Werke Schamas in einer umfassenden Werkschau mit dem Titel boomerang in der Städtischen Galerie Dresden zu sehen.

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie trägt den Titel ruled by no rules. Die Künstlerin versieht diesen Titel weder mit einem Ausrufezeichen noch mit einem Fragezeichen. Seit der letzten Einzelausstellung in der Hamish Morrison Galerie `Urban Jungle´ widmet sich Schama unter anderem der intensiven Erforschung der einzelnen Bestandteile ihrer eigenen Malerei. In ihren jüngsten Bildmontagen, die bereits in verschiedenen Gruppenausstellungen zu sehen waren, spiegeln sich eine Reihe spannender Fragen, so unter anderen: Welche Bedeutung kommt der Undurchdringlichkeit der Leinwand zu? Wie verändert sich der Bildraum, wenn einzelne Bildschichten gleichsam einer transparenten Haut vom Bild gelöst werden? Wird das Werk erst durch den Rahmen zur Einheit? Was geschieht, wenn dem Gemälde das Licht entzogen und in Form einer externen Lichtquelle wieder zugeführt wird? Motivisch bleibt Schama dem uns vertrauten Formenrepertoire treu, das sich von jeher aus dem Spannungsfeld der behaupteten Trennung von Natur und Kultur speist.

Im Denken Schopenhauers gehört die Kunst zu den wenigen Möglichkeiten des Menschen sich, wenn auch nur für kurze Zeit, der permanenten Kontrolle des “ blinden Willens“ zu entziehen. Diese Möglichkeit mag sich auch im Spiel bieten, so betitelt Sophia Schama die in der aktuellen Ausstellung zu sehende Gemäldeinstallation, mit den Massen 11 x 3 m, als `Spielplatz´. Im Spiel sind wir oft in der Lage, uns ein intensiveres Erleben zu erlauben und dadurch wiederum tiefere Einsichten in uns selbst zu gewinnen. Das Spiel entbehrt dabei fast nie einer gewissen Ernsthaftigkeit. So vermag der spielerisch anmutende Umgang der Künstlerin mit den Elementen ihres Schaffens einerseits eine tiefere Einsicht in ihren kreativen Kosmos zu gewähren, gleichzeitig eröffnet sich auch für den Betrachter die Möglichkeit, sich eine Weile der Kontrolle jenes `blinden Willens´ zu entziehen.

 ".....Die wandfüllende, serielle Reihung der Bilder macht die Installation zu einer Enzyklopädie, in der Schama die verschiedenen Möglichkeiten ihrer Bildschöpfung durchspielen und vorführen kann. Und für den aufmerksamen und geduldigen Betrachter geraten die Bildtafeln plötzlich in Bewegung zwischen Fläche und Raum, Illusion und Realität – ein modernes Stundenbuch gewissermassen.“ Dr. Heinz Stahlhut, Malerisches Stundenbuch, Zu Sophia Schamas neuer Installation, 2011

Neben der Installation präsentiert Sophia Schama zahlreiche neue Arbeiten auf Leinwand. Die Frage nach der Natur der Natur und damit auch immer nach der Natur des Menschen bleibt weiterhin Gegenstand ihrer Werke. Diese Bilder sind keinesfalls als Rückkehr oder Ende des Spiels mit den einzelnen Bildebenen zu lesen. Vielmehr adaptieren sie die jüngsten Erfahrungen der Künstlerin und verdeutlichen, dass sie ganz und gar Malerin war und ist.