Nuria Fuster, When Someone Melts a Menhir

 

Eröffnung: Freitag, 25. Januar 2013, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: Freitag, 25. Januar – Samstag, 9. März 2013

Die Hamish Morrison Galerie freut sich außerordentlich, ihre dritte Ausstellung mit der spanischen Künstlerin Nuria Fuster (*1978) präsentieren zu können. Die Ausstellung zeigt neue Skulpturen, Fotografien und Arbeiten auf Papier.

Seit einigen Jahren stellt Fuster chaotische elegante Skulpturen aus gefundenen Objekten zusammen, weggeworfen von einer Gesellschaft, die zu beschäftigt und nicht mehr in der Lage ist, sie zu reparieren oder zu restaurieren. Eine Vielzahl von Objekten, Farben und Strukturen, beispielsweise früher einmal geliebte Betten, Kleider, Schränke und kaputte Türrahmen werden zusammengestellt und beginnen ein neues Leben, sie sind uns gleichzeitig vertraut und doch auch frisch und überraschend.
In ihren Assemblagen erkundet und formt Fuster die kleinen Räume zwischen den getrennten Welten von Brutalität und Eleganz, Chaos und Ordnung, Funktionalität und Dysfunktionalität, und generiert dabei neue Verbindungen mit anderen "Worten". Zwischen den Bilderfahrungen, den physischen Eigenschaften der von ihr verwendeten Materialien und der Bedeutung, die diese Objekte in ihrer häuslichen Umgebung wie auch in der Gesellschaft haben, ergeben sich diverse Dialoge.

"Die Rauheit einer Oberfläche wahrzunehmen, ihr Wesen, ihre Komplexität, die Unendlichkeit vieler unsichtbarer Falten auf einer scheinbar glatten Fläche, ist eine Metapher für die unermessliche Weite der Realität, mit der der Mensch konfrontiert wird." (N. Fuster) Die Materialwahl der Künstlerin steht in direkter Verbindung zum Wissen um das Material und dessen Fähigkeit, sich zu verändern und auch unsere Wahrnehmung zu verändern.

"Beuys' Skulpturen ermöglichten das Konzept der reinen Konstruktion des menschlichen Denkens. Seitdem ist es möglich, auf unendlich viele unterschiedliche Arten Skulpturen zu machen. Meine Arbeiten erkunden andere Weisen, Skulpturen zu erschaffen, und spiegeln meine Liebe zur Materialität wider. Die Materialien spielen die Hauptrolle und definieren so das Ergebnis." (N. Fuster)

Seit einer Weile arbeitet Fuster mit Wind und Hitze und setzt dabei die Materialien "zufälligen" Einflüssen aus, in einem nicht von ihr kontrollierten Prozess. Für Fuster sind es nicht nur die konkreten Materialien, die die Skulptur ausmachen, sondern auch die Luft und die veränderte Position im Raum. Dieses Denken spiegelt sich auch in ihrer neuen Serie von graphischen Arbeiten mit dem Titel Planarios wider. Diese Bilder zeigen eingescannte dreidimensionale Objekte. Der Scanner zeichnet den Rand und jeden direkten Kontakt mit der Oberfläche auf, kann aber auch die Luft und das Licht aufzeichnen, die das Volumen des Objekts manipulieren. Diese dritte Dimension wird von derselben Bildfläche flach gemacht, drei Dimension werden auf zwei reduziert, aber die Luft, die unscharfen Teile, Licht und Höhe bleiben. Somit behält die Arbeit etwas von ihrem skulpturalen Wesen.

Nuria Fusters Werk umfasst abstrakte Malerei, Fotografie und Skulptur. Sie hinterfragt unseren Begriff von traditioneller Skulptur und eröffnet ein weites Feld von Möglichkeiten, so dass die Idee, dass jemand einen Menhir einschmelzen könnte, durchaus vorstellbar werden könnte.

Nuria Fuster wurde 1978 geboren und lebt und arbeitet seit 2012 in Berlin. Ihr Studium der Bildenden Künste in Rom und Madrid schloss sie mit der Promotion ab. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen in Spanien sowie in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA teilgenommen. Sie ist Stipendiatin der Fundación Marcelino Botín. Ihre Arbeit wird in zahlreichen Katalogen sowie im Francesca Gavins 2011 erschienen Buch 100 New Artists vorgestellt.