Im Büro: Nuria Fuster, Bodies

 

Eröffnung: Freitag, 13. Januar 2012, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: Freitag, 13. Januar – Samstag, 11. Februar 2012

 

Eisen hat ein Herz, und es hat Nerven.“ (Zoltan Kemény)

Die Hamish Morrison Galerie freut sich außerordentlich, im Büro die zweite Einzelausstellung der spanischen Künstlerin Nuria Fuster (*1978) unter dem Titel `Bodies´ zu präsentieren.

Nuria Fuster erschafft ihre Assemblagen aus Gegenständen, die uns aus der alltäglichen Welt bekannt und mit Erfahrungen aufgeladen sind. Metall, Neonröhren, Autositze, Kleidungsstücke und Stoffe, wie Felle oder Decken, werden, von ihrer ursprünglichen Zuständigkeit entbunden, an- und umgeordnet, zu Figuren zusammengesetzt und in einen neuen Bedeutungs-zusammenhang überführt. In einer Welt, die von einem steigenden Konsumbedürfnis ihrer Bewohner und stetig zunehmenden Möglichkeiten zum Konsum geprägt ist, in einer Welt, in der Dinge zumeist nicht wieder verwendet oder repariert, sondern neu erworben werden, erleben diese Gegenstände oder Materialien eine Art Wiedergeburt. Durch ihre via Zusammenfügung nun noch deutlicher erfahrbare Dreidimensionalität werden sie zu Körpern im Raum.

Nuria Fuster zeichnet die Geräusche auf, die entstehen, während sie über die Oberflächen der verwendeten Materialien fährt, sie erforscht und untersucht. Wir nehmen teil an diesem Explorationsvorgang, indem die aufgenommenen Geräusche uns durch ein Wiedergabegerät zugänglich gemacht werden. Pablo Florez bezeichnet diese Methode als eine Art der Auskultation, des Abhorchens eines Körpers. Mit dieser Aufzeichnung und ihrer Reproduktion gelingt es Fuster, eine Vieldimensionalität zu erschaffen. Materialien werden nicht nur in ein neues Sein überführt, ihre sinnliche Erfahrbarkeit durch Sehen oder Fühlen wird durch die des Hörens in einem Akt der synästhetischen Wahrnehmung erweitert. Die Auseinandersetzung der Künstlerin mit ihrem Material wird nachvollziehbar und gleichzeitig wird die Dokumentation und Reproduktion dieses Vorgangs Teil des Kunstwerks selbst. Die Kommunikation zwischen dem Werk und seiner Schöpferin kann für uns erlebbar, wahrnehmbar gemacht werden.

So wie die Künstlerin ihr Material erforscht, es abhorcht, horchen wir ihr Tun, ihr Werk und seine Materialien ab. Mittels dieses Geschehens und seiner Erfahrbarkeit können wir uns, wenn nicht zu einer Diagnose, so doch zu einer Art multisensorischem Erleben eingeladen fühlen.

Nuria Fuster wurde 1978 in Alcoi, Spanien geboren. Sie studierte Drucktechnik und Skulptur an der Accademia di belle Arti in Rom und schloß ihr Studium mit einer Promotion an der Universidad Politécnica de Valencia ab. Sie nahm bereits an zahlreichen Ausstellungen in Spanien, aber auch in Deutschland, Frankreich, Italien, in den Vereinigten Staaten und Südamerika teil. Ihre Werke sind in namhaften europäischen Sammlungen vertreten. Dies ist Nuria Fusters zweite Einzelausstellung in Berlin. Sie lebt und arbeitet in Madrid.