HAN SCHUIL - New Work

 

Eröffnung: Freitag, 31. Mai, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 31. Mai - 13. Juli 2013

Die Hamish Morrison Galerie freut sich, die zweite Einzelausstellung des niederländischen Künstlers Han Schuil präsentieren zu können.

Han Schuil schafft Bilder aus Aluminiumschachteln, die mittels ihrer Dreidimensionalität in den Ausstellungsraum eindringen. Er bezeichnete Aluminium einmal als den besten Malgrund, da es die Intensität der Farben enorm erhöhe. Schuil arbeitet sehr bedacht und präzise, bezogen sowohl auf die rein technischen Aspekte der Herstellung als auch auf die Entwicklung der Bildsprache.

Seine Motive findet der Künstler in der Alltagswelt, ein Gebäude, ein Cartoon-Auge, die Form eines Sterns, eine Maske, Dinge, die er gesehen hat und die er in einem intuitiven, ungeplanten Prozess isoliert und in eine andere Wirklichkeit überführt. Diese Überführung kann vereinzelt bis zur Konzentration auf eine einzige Farbfläche vollzogen werden.

Mit der jüngsten Serie der „Heat“-Arbeiten eröffnet sich eine neue Welt in Schuils Werk. Wurden in den früheren Arbeiten eher Zeichen verwendet, Bilder von Bildern, die im allgemeinen Bewusstsein verankert sind, kommt nun ein eher technisch-wissenschaftlicher Bereich als Motivursprung in Frage. „Heat XII“ lässt augenblicklich die Assoziation eines Wärmebildes aufkommen, sehen wir hier nicht eine umgedrehte Thermografie eines menschlichen Körpers? Auch bei den weniger figurativen Arbeiten wie „Heat VIII“, „Heat IX“ oder „Heat X“ imaginiert man Wärme, Licht oder Vibration. So führt das nahezu spürbare Pulsieren der Farben auch ohne Kenntnis der Titel zu Assoziationen eines energetischen Prozesses, der von den Bildern ausstrahlt. Es ist selten, dass Schuil seinen Arbeiten Titel gibt, so findet sich hier eine deutliche Referenz zu den neu gefundenen Motiven. Dieser motivischen Entwicklung entspricht auf der technischen Seite die Erweiterung der malerischen Mittel hin zum Einsatz von Sprühfarbe. Die evozierte Wärme der bildlichen Darstellung steht dabei in spannungsvollem Kontrast mit ihrer materiellen Grundlage. Die so ungreifbaren Qualitäten von Licht und Vibration entwickeln sich auf der glänzend-glatten Oberfläche des Aluminiums und der strengen, kontrollierten Form des Rechtecks oder Quadrats.

Die Ambivalenz von scheinbar technischem Produkt und künstlerischem Artefakt stellt sich auch auf motivischer Ebene zur Diskussion. Häufig wird der Malgrund gezeigt, sei es, dass die Seiten eines Bildes unbemalt sind oder dass wir im unteren Bildbereich Balken ohne Malschicht entdecken, die an zensierte oder eliminierte Textstellen erinnern. Diese unteren Balken lassen zusammen mit den Rechtecken der oberen Bildhälfte in ihrer Regelmäßigkeit an eine Art Produktionsmarke denken. Oder handelt es sich um eine Art Markierung, ein Kennzeichen, eine Signatur?

Spannungsfelder eröffnen sich so auf den unterschiedlichsten Ebenen in Han Schuils Malerei. Die Verwendung von Bildern und Zeichen des kollektiven Bildgedächtnisses und (Markierungs-) Zeichen, die eine Signatur zu sein scheinen, aber nur schwer entschlüsselbar sind, können eins von vielen interessanten Gegensatzpaaren bilden und einen ersten Ansatz, den Arbeiten neugierig zu begegnen.

Han Schuil wurde 1958 in Voorschooten, in den Niederlanden geboren und studierte an der Academie voor Beeldende Kunsten in Rotterdam. Seine Werke wurden in Galerien und öffentlichen Institutionen in Europa, Südamerika und Asien ausgestellt. Er ist in zahlreichen namhaften Sammlungen seines Landes vertreten einschließlich AEGON, Caldic Collectie, Wassenaar, AKZO Nobel, Caldic Collectie, Wassenaar, AKZO Nobel und ABN AMRO, ebenso in bedeutenden Museen wie unter anderen dem Stedelijk Museum, Amsterdam und dem Museum voor Moderne Kunst in Brüssel. Er lebt und arbeitet in Amsterdam.