Gustav Hellberg

Obstruction

Eröffnung: Freitag, 10. Dezember, 18 -21 Uhr

Ausstellungsdauer: 10 Dezember 2010 - 22. Januar 2011


`Wer seine Schranken kennt, der ist der Freie, wer frei sich wähnt, ist seines Wahnes Knecht.´Franz Grillparzer

Die Hamish Morrison Galerie freut sich eine Ausstellung des schwedischen Künstlers Gustav Hellberg zu präsentieren. Dies ist Hellbergs erste Einzelausstellung in der Galerie.

Die Grundlagen der künstlerischen Praxis Hellbergs liegen in öffentlichen Orten, wo er die Interaktion zwischen Menschen, Kunstwerken und öffentlichen Räumen untersucht. Seine Skulpturen erkunden auch hierarchische Strukturen innerhalb der Gesellschaft, und wie diese jeden von uns auf individueller Ebene beeinflussen. Viele seiner bekanntesten Werke transformieren öffentliche Institutionen und Strukturen: z.B. die Verwandlung der Stockholmer Stadtbibliothek in einen Leuchtturm oder die Umdeutung der Fassade des Dunkers Kulturhaus in Helsingborg in einen riesigen statistischen Indikator, der die Besucher, die von dem Gebäude kommen und gehen zählt. Neben diesen öffentlichen Aufträgen hat er wichtige Installationen in internationalen Galerien ausgestellt. Zum Beispiel präsentierte er im Jahr 2008 mit Privileged situation – utopian vision in Stockholm, eine interaktive Lichtinstallation, in der die Galeriebesucher sich durch einen dunklen Raum voller unsichtbarer Sensorstrahlen bewegen. Erfassten die Sensoren einen der Besucher, wurde dieser von einem dünnen Lichtstrahl getroffen. Der Effekt war, dass die Besucher, ständig von Dunkelheit umgeben, doch permanent vom Licht verfolgt wurden.

In seiner Ausstellung in der Hamish Morrison Galerie, wird Hellberg eine ähnlich dramatische, interaktive Installation vorführen. Obstruction besteht aus 24 automatischen Standardschranken mit lackiertem Metallgehäuse, montiert auf einem Podest aus verzinkten Stahlgittern. Die Zuschauer sind eingeladen, in die Installation einzutreten. Die Schranken sind mit einer Zeitsteuerung ausgestattet, die nach dem Zufallsprinzip das Öffnen und Schließen der Schrankenarme regelt. Die Barrieren befinden sich somit in einem ständigen Wandel. Manchmal öffnet sich eine benachbarte Schranke, und gestattet dem Zuschauer den Eintritt, ein andermal wird ihm das Eintreten einfach verweigert. Die Zuschauer können auch innerhalb der Installation gefangen bleiben, bis zufällig ein Fluchtweg erscheint. 

Die Arbeit zeichnet sich durch ein stark humoristisches Element aus, da wir die Kontrolle über unsere Reise an die eigensinnigen Barrieren abgeben. Aber nicht alles ist Spaß und Spiel. Die Barrieren sind sofort als Symbole einer autoritären Macht, die unsere Bewegungsfreiheit beschränkt, erkennbar, wir sind konditioniert ihr zu gehorchen oder die Konsequenzen für unsere Übertretungen in Kauf zu nehmen. Die Arbeit kann auch als eine Metapher für die zufälligen und willkürlichen Barrieren, die das Leben uns präsentiert gelesen werden; die Art und Weise wie zwei Menschen mit identischen Hintergründen und Qualifikationen trotzdem am Ende sehr unterschiedlichen Wegen gefolgt sein können. Obstruction hat die Fähigkeit, uns sowohl zu steuern als auch zu erfreuen. Aber es umgibt sie auch eine nicht zu ignorierende, dunkle Komponente, so macht sie auch eine starke politische Aussage über die Art und Weise wie externe Kräfte den Verlauf unseres Lebens bestimmen.

Gustav Hellberg wurde 1967 in Stockholm, Schweden, geboren. Er hat einen MFA des Royal University College of Fine Arts in Stockholm. Seine Werke wurden in zahlreichen öffentlichen Kunstprojekten in der ganzen Welt, einschließlich Umedalens Skulptur, Schweden, Urban Interface Berlin und Artnews Outdoor, Samara, Russland, ausgestellt. Er hatte Ausstellungen in Galerien in Los Angeles und Stockholm, und Einzelausstellungen im Konstmuseum Malmö und im Dunkers Kulturhus, Helsingborg. Er arbeitet derzeit an mehreren öffentlichen Aufträgen. Er lebt und arbeitet in Berlin.

 http://www.gustavhellberg.com/index1.asp