Billy Apple - Apple sees red

Eröffnung: Freitag, 26. April 2013, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: Freitag, 26. April - Samstag, 25. Mai 2013
 

Die Ewigkeit dauert sehr lange, besonders gegen Ende. (Woody Allen)

 

Die Hamish Morrison Galerie freut sich, ihre erste Einzelausstellung von Billy Apple mit dem Titel Apple sees red (Apple sieht Rot) zu präsentieren.

Viele Künstler haben sich neue Namen zugelegt, besonders in den sechziger Jahren (George Baselitz, Imi Knoebel, Blinky Palermo), aber als Barrie Bates (geb. 1935 in Auckland, Neuseeland) seinen Namen änderte, hatte dies eine viel größere Bedeutung für seine Künstlertätigkeit als für die anderen. Es löste die Grenze zwischen Kunst und Leben auf.

Zunächst hatte Billy Apple als ‘Junger Zeitgenosse’ mit den Anfängen des Britischen Pop in London zu tun, bevor er 1964 nach New York zog, wo er weiter an pop-bezogenen Werken arbeitete. Im selben Jahr nahm er an der epochemachenden Ausstellung American Supermarket in der Bianchini Gallery teil, zusammen mit Warhol, Johns, Lichtenstein, Wesselmann und anderen. 1969 hatte er einen zunehmend konzeptuellen und prozess-orientierten Stil entwickelt und eröffnete einen der ersten Non-Profit-Räume in New York, Apple, den er bis 1973 leitete.

In den achtziger Jahren lenkten seine auf Text basierenden Transaktionsarbeiten die Aufmerksamkeit auf die in der Kunstwelt existierenden Beziehungen zwischen Künstlern, Händlern und Sammlern. Dank seines beständigen Interesses an Wissenschaft und Technik arbeitete er mit namhaften Wissenschaftlern zusammen, in den Sechzigern aus dem Neon- und Laserbereich bis hin zu Zelltechnologen der heutigen Zeit. 

Der Ausstellungstitel Apple sees red ist von seiner ersten Ausstellung in London übernommen. In einer konzentrierten Präsentation von nur drei Werken wird die Billy-Apple-Marke noch einmal verstärkt. Auf der einen Seite der Galerie hängt das Apple sees red Poster. Die Abbildung für dieses Werk wurde 1963 von dem Photograph Robert Freeman aufgenommen, der ein Jahr später dank seiner Beatles-Porträts zu Ruhm gelang. Gegenüber hängt ein Billy-Logo, Acryl auf Leinen, aus dem Jahr 2012. Zwischen den beiden Werken befindet sich ein roter Apfel aus Keramik. Eine Zeitspanne von 50 Jahren.

Laut Kunsthistorikerin Christina Barton hat Apple „einen großen Teil seiner Laufbahn damit verbracht, sein Markenzeichen zu schaffen und zu verfeinern, und zwar als ein künstlerisches Manöver, um die Grenzen der Kunst zu testen, die Mechanismen zu untersuchen, die den Künstler als Subjekt aufbauen, und die Wertesysteme zu entblößen, in die er und seine Werke verstrickt sind.“

In zwei anderen Projekten arbeitete Billy Apple, vielleicht mit einem Blick in die Zukunft, zusammen mit Apfelbauern an der Produktion und dem Markenzeichen einer Apfelzüchtung und an einem gemeinsamen Kunst/Wissenschaftsprojekt:

Der Unsterblichwerdung von Billy Apple ®. Dabei wurden Blutzellen von ihm viral umgewandelt, um eine Zellenserie zu kreieren, die außerhalb seines Körpers weiterleben wird und für z.B. Krebsforschungen angewandt werden soll. Die Zusammenarbeitet wurde von Dr. Craig Hilton und der School of Biological Sciences an der Universität Auckland geleitet. Die Billy Apple ® Cell Line wurde 2012 in die American Type Culture Collection, der weltgrößten Sammlung von biologischen Kulturen, verlegt.

Und damit dürfen wir uns einer Sache schon mal sicher sein: Billy Apple wird noch sehr, sehr lange unter uns weilen.

 

Seit 1990 lebt und arbeitet Billy Apple in Auckland und stellt weltweit aus. Er hat den vergangenen Jahren u.a. in der Starkwhite Gallery in Auckland ausgestellt (2012), im Witte de With Center for Contemporary Art, Rotterdam (2009), der Mayor Gallery, London (2010), Pop Art in Western Europe, Museum het Valkhof, Nijmegen; Gold, Belvedere Palace Museum, Wien.

Seine Werke sind vertreten in öffentlichen Sammlungen wie Guggenheim Museum, New York; Tate Britain, Detroit Institute of Arts, Detroit; The Chrysler Museum of Art, Norfolk, Virginia; Pasadena Museum of Modern Art, Pasadena; Boise Art Museum, Idaho; Corning Museum of Glass, New York, Te Papa Tongarewa, Museum of New Zealand, Wellington; Auckland Art Gallery, Toi o Tamaki, Auckland and the Govett-Brewster Art Gallery, New Plymouth, und anderen.