Eröffnung: Freitag, 11. September, 18 Uhr
Ausstellungdauer: 12. Sept. -24. Okt. 2009
Die Hamish Morrison Galerie freut sich `Im Büro´ eine weitere Einzelausstellung des in Dresden lebenden Malers Stefan Kübler (*1968) zu zeigen. Durch ein komplexes Spiel mit den verschiedenen Formen der Wahrnehmung, sowie den Bedingungen des Zugangs zu Information, stellt der Künstler die Entstehung des Werkes in Frage.
Kübler
malt auf einer Glasplatte breit und dünn zahlreiche sich überlagernde
Farbschichten aus Acryl. Er zieht die getrockneten Farbschichten ab und
spannt sie in entgegengesetzter Lesrichtung auf eine Leinwand. Durch
die Umkehr - im wahrsten Sinne des Wortes - der gemalten Schichten,
spielt er so mit der Art der klassischen Perzeption des Werkes. Er
überrascht seinen eigenen Blick indem er den chimärenhaften Zugang an
die ursprüngliche Subjektivität, das natürliche Bild, das schöpferische
Auge verweist.
Der Blick wird vom Glanz der perfekt glatten
Farbschicht, von ihrer Feinheit und von der Intensität der Farben
verzaubert. Optisch zum Schwindel gedrängt, hat der Betrachter keine
andere Wahl, als sich in Bewegung zu setzen, um zu versuchen, die
Leinwand zu erfassen. Der Zuschauer beteiligt seinen ganzen Körper an
der Entwicklung und verstärkt damit die Wirkung der internen Bewegung,
bei den figurativen wie bei den abstrakten Gemälden.
Stefan Kübler erforscht mit seiner raffinierten Technik die Funktionsweise des Bildes selbst. Er hinterfragt auf intellektuelle und sensible Weise die Konstruktionsmechanismen von Wirklichkeit und Wahrnehmung. Sei es das Unmögliche, welches in seinen Gemälden geschaffen wird oder der kinetische Effekt und die Verschleierung des Subjektes durch die Akkumulation seiner Collagen, der Künstler fordert auf, aktiv in das Bild einzutreten, und es wie auf einer Reise zu erleben. Indem er das vollständige und sofortige Erfassen des Realen verhindert, zwingt er den Betrachter dazu, auf Bewegung und damit auf Zeit zurückzugreifen. In einer Kultur voll von Bildern die auf ihren Informationsgehalt zum sofortigen Verbrauch reduziert und in einem rasenden Tempo verdaut werden, schlägt Kübler uns die Rehabilitation des Blickes vor und lädt uns ein, die Erfahrung des Betrachtens wieder zu erleben.
Stefan Kübler, geboren 1968 in Balingen in Süddeutschland studierte Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wo er Meisterschüler in der Klasse von Ralf Kerbach war. Er lebt und arbeitet heute in Dresden.