Im Büro: Silva Reichwein 3DIm Büro: Silva Reichwein 3D

Im Büro: Silva Reichwein

Eröffnung: Freitag, 30. Oktober, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 30. Oktober 2009 – 8. Januar 2010

Die Hamish Morrison Galerie freut sich Im Büro eine Ausstellung mit der in Zürich und Berlin lebenden Künstlerin Silva Reichwein präsentieren zu können.

In Silva Reichweins abstrakter Malerei aus der Serie „i’m gonna cross that river“ dominieren starke Pinselstriche in Schleifenform. In dynamischen Windungen und Schwingungen erstreckt sich die mal pastellene mal in kräftigen Tönen aufgetragene Ölfarbe auf der Leinwand. Der Pinselstrich ist aus einem Fluss und zeigt malerische wie skulpturale Qualitäten. Mal scheinen die Schlaufenbewegungen über den Bildrand hinauszustreben, mal sind sie „eingeschlossen“ in einem unsichtbaren inneren Rahmen. Auch die Bildebenen werden variiert und bewegen sich zwischen hierarchischem Aufbau und gleichberechtigtem Nebeneinander. Als Format dominiert das Quadrat – meist kleinformatig oder mittleren Maßes. Durch die strenge äußere Form – auch in der Anordnung der Bilder - „bändigt“ Reichwein die ungeordnete, manchmal ins Chaotische mündende Gestik auf der Leinwand und kontrastiert somit Form und Inhalt auf eindringliche Weise. Reichweins Variationen haben einen meditativen Charakter; in ihrer malerischen Rhetorik zitiert sie kunsthistorische Stile und Gattungen; Einflüsse aus Zen, Kalligraphie und Musik sind zu erkennen. Dabei schafft Reichwein Bilder, die für sich selbst stehen, die eine außerordentliche Autonomie und Präsenz aufweisen, jenseits von äußeren Referenzen oder symbolistischen Deutungsversuchen.

„Fragmentarisches und Wachsendes, Schärfe und Unschärfe, Transparenz und Dichte, Schwung und Stop gehören in [Silva Reichweins] Bildern zwingend zusammen wie die Vorder- und Rückseite einer Medaille. [...] Sie hat die besondere Gabe, ihren Bildern arbeitsintensiv und nach strickten Arbeitsprinzipien zur Sichtbarkeit zu verhelfen. Wenn sie dann in der Welt sind, faszinieren sie durch etwas überraschend Transitorisches, durch klimatische Übergänge, ein zauberhaftes `in between´ in Komposition und Farbtonschwingungen.“ (Christoph Tannert)

Die 1965 in Zürich geborene Silva Reichwein studierte an der École Superieure d´Art Visuel in Genf und an der UdK in Berlin. 1993 erwarb Sie ihren Abschluss als Meisterschülerin von Anna Oppermann.

Silva Reichweins Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, der Schweiz und in Ungarn gezeigt. Sie erhielt mehrere Stipendien und ist in privaten wie öffentlichen Sammlungen vertreten.