Ragna Róbertsdóttir, Mindscape 

ERÖFFNUNG: FREITAG, 12. März 18 UHR
AUSSTELLUNGSDAUER: 13. März – 17. April 2010

Für ihre erste Einzelausstellung in Berlin mit dem Titel Mindscape stellt die  Künstlerin Ragna Róbertsdóttir neue Arbeiten vor, die sich mit dem urbanen Charakter der Galerie und verschiedenen natürlichen Vorgängen auseinandersetzen. Seit den frühen 80er Jahren bemüht sich Róbertsdóttir entschlossen darum, die Tradition der Landschaftskunst neu zu erfinden, indem sie natürliche Rohmaterialien mit Architektur und Geometrie in Verbindung bringt. Ihr Heimatland Island ist für ihre Kunst eine lohnende „Werkzeugkiste", wo einzigartige geologische Bedingungen eine grenzenlose Bandbreite an Farben, Materialien, Texturen und Formen hervorgebracht haben.

Mineralien sind die Grundlage der Arbeiten in Róbertsdóttirs Ausstellung in der Hamish Morrison Galerie. Pulverisiert, kristallisiert, glasiert oder verhärtet – entweder durch die Natur oder mit manueller Einwirkung. Ein massiver Basalt Kubus, aus den großen Lavafeldern Islands herausgeschnitten, markiert den Eingang zu Róbertsdóttirs Mindscape. Schlamm aus geothermischen Gebieten trägt sie systematisch direkt auf die Wand auf und die Palette an Farben, die sie in Mineralablagerungen findet, wo heißes Wasser und Dampf an die Oberfläche steigen, wird in einer Donald Judd gewidmeten Arbeit reflektiert. Schwarzer und roter Bimsstein, der entsteht wenn geschmolzenes Magma bei einem Vulkanausbruch aus der Erde strömt und sich in der Luft verhärtet, wird zu künstlichen Horizonten verarbeitet. Die leichten, vulkanischen Ablagerungen werden zwischen zwei Glasscheiben in Fenster eingefassst, die an den Galeriewänden lehnen. Salz ist ein weiteres fundamentales Element, das in Mindscape eingesetzt wird. Róbertsdóttir installiert eigentümliche Glasgefässe auf dem Galerieboden, in denen sie Salzlauge verdunsten lässt; übrig bleiben winzige Landschaften aus kristallisiertem Kochsalz. Róbertsdóttir führt ihr Experiment mit Glas und Salz an den Galeriewänden weiter.

Die Künstlerin nimmt die natürlichen Elemente in Anspruch, die ihre Heimatinsel und den sie umgebenden weiten Ozean charakterisieren. Indem sie die Interdependenz zwischen Natur und Landschaft dechiffriert, benutzt sie die fundamentalen Bestandteile als Ausgangspunkt für ihre eigene Topographie.

Markús Þór Andrésson

CV Ragna Róbertsdóttir