Mikala Dwyer, Black Sun Blue Moon

Ausstellungseröffnung: 3. Februar 2007, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 3. Februar - 3. März 2007

Die australische Künstlerin Mikala Dwyer präsentiert mit Black Sun Blue Moon ihre erste Einzelausstellung in Deutschland. Ein hängender Garten („The Hanging Smoking Garden“) mit mehr als hundert freischwebenden Pflanzen füllt als raumgreifende Installation einen Teil der großen Industriehalle der Hamish Morrison Galerie in der Heidestraße.

Die Pflanzen, Geldbäume zumeist, schweben in ihren Mikro-Biosphären aus transparentem Plastik wie Planeten im Kosmos der Galerie. Der Garten lädt zum Umherwandeln ein, und zum Rauchen und Nachdenken: in einige der Plastikbehältnisse sind Aschenbecher integriert, denn, so Mikala Dwyer: „It´s a fucked up garden.“

Titelgebend für die Ausstellung sind zwei kleine Ölgemälde mit identischem Motiv. Mikala Dwyer hat eine Ölmalerei ihrer zehnjährigen Tochter Olive kopiert, die dann Ihrerseits das Bild ihrer Mutter mit leichter Varianz kopiert hat. Die so entstandenen Arbeiten sind sich so ähnlich oder unähnlich wie es Mutter und Tochter untereinander selbst auch sind, und zugleich beispielhaft für Mikala Dwyers spielerische und performative Arbeitsweise.

Ein Kreis von kleinen Skulpturen, menschliche, tierische und mythologische Figurationen, formiert sich zur Travestie einer schamanischen Versammlung. Diese Wesen sind die Einwohner der „Spielwiese“, einem Dorf von kristallinen Architektur-Modellen aus Sperrholz. Auch diese sind wie im Spiel entstanden, ohne Planung, sondern aus dem unmittelbar haptischen und tatkräftigen Umgang mit dem Werkstoff.

Eine weitere Installation in der Ausstellung ist ein Berg („Mountain“) aus transparenten Plastikfelsbrocken. Dieser Berg ist federleicht, funkelnd und transparent. Der reizvolle Gegensatz von geschlossenen Formen und Durchsichtigkeit, massivem Volumen und Leichtigkeit ist ein Grundprinzip in Mikala Dwyers Werk: die Vereinung von scheinbar Unvereinbarem, und die Vorspiegelung von nicht vorhandenen physikalischen Eigenschaften des Materials.

Mikala Dwyers reizt mit ihren Installationen die räumlichen Möglichkeiten der Hamish Morrison Galerie in der Heidestraße voll aus, und eröffnet damit eine Reihe von großen installativen Projekten internationaler Künstler an diesem neuen Galeriestandort.