MEDIA IN TRANSITION II

Roland Fuhrmann (D), Tom Gallant (GB), Chris Jones (GB), Stefan Kübler (D), Jon Laxdal (IS), Peter Madden (NZ), Daniel Medina (VE), Carmen Perrin (BO), Javier Piñon (USA), Jörg Scheibe (D), Fabian Seiz (AT)

Ausstellungsdaten: 15. Januar - 6. März 2010

„.....Drei Tage lang schloss er sich in seinem Zimmer ein, faltete und riss Papier. (). Zuerst setzte er das Papierherz ein, darauf folgten die
Hauptschlagader und die kleineren Blutgefäße. Antonio verband Leber und Lunge, Magen und Verdauungstrakt, flickte den Bauch mit linierten Blättern,
und noch bevor die letzte Schicht verknitterten Papiers glatt gestrichen war, spielte Figaro bereits mit dem eigenen Schwanz. Dank dieser Erfahrungen mit den Wunderwerken aus Papier und seinem Kater entdeckte Antonio seine Berufung. Nach fünf Jahren an der medizinischen Fakultät und Laborexperimenten mit einer Reihe von Berg-, Tal- und Gegenbruchfalten wurde Antonio der erste Origami-Chirurg......"
Salvador Plascencia, Menschen aus Papier (2008)

Die Hamish Morrison Galerie freut sich, die Ausstellung Media in Transition II präsentieren zu können. Neben neuen Werken der Künstler Tom Gallant (GB), Chris Jones (GB), Stefan Kübler (DE) und Jón Laxdal (IS), die bereits im ersten Teil der Ausstellung dabei waren, werden Werke von Roland Fuhrmann (DE), Peter Madden (NZ), Daniel Medina (VE), Carmen Perrin (BO), Javier Piñon (USA), Jörg Scheibe (DE) und Fabian Seiz (AT) zu sehen sein.

Gemeinsamer Nenner dieser Ausstellung ist das Ausgangsmaterial: bedrucktes Papier.
Dieses Papier wird collagiert, geschnitten, modelliert, montiert, ausgestanzt, fotografiert.
Es handelt sich meist um Reste, Abfallprodukte unserer Alltagskultur: Fahrscheine, Formulare, Gebrauchsanweisungen, Etiketten, Lebensmittel- und Eintrittskarten, Anzeigen, Verpackungsmaterialien und Zeitungsausschnitte, Abbildungen aus Pornomagazinen, Poster, Zeitschriften, Landkarten.

Vor der Bearbeitung steht jedoch das Sammeln. Dieses, zunächst absichtslose Vergnügen am gefundenen Ding, am objet trouvé, am Sammeln von anregendem Ausgangsmaterial haben viele Künstler des 20. Jahrhunderts geteilt. Es wird zurückgegriffen auf eine Elementarerfahrung, wie wir sie von der menschlichen Entwicklungsstufe der Sammler kennen und wie sie wohl jedes Kind auch heute noch irgendwann durchläuft.

In die Werke selbst werden buchstäbliche Trümmer der Empirie, also Wirklichkeitsfragmente - auf welche der Künstler/ die Künstlerin bei der Entstehung meist keinen Einfluss hatte und die er/sie unter Umständen völlig unverändert übernimmt - eingebracht. Streng genommen handelt es sich hier auch um eine Form der Arbeitsteilung. Die Bildfläche bricht auseinander; Stücke der Außenwelt, Inseln einer anderen Realität treten in Kontrast zur Subjektivität des Künstlers. Zugleich problematisiert der Künstler/ die Künstlerin damit die eigene Funktion sowie die der Kunst überhaupt.

Texte über die einzelnen Künstler


Javier Piñon - Courtesy Zieher Smith, New York  
Chris Jones - Courtesy Martin van Zomeren, Amsterdam
Carmen Perrin - Courtesy Gisèle Linder, Basel  
Peter Madden - Courtesy Michael Lett, Auckland