KINGS, GODS AND MORTALS

Gruppenausstellung mit:
Henny Acloque (GB), Jasper de Beijer (NL), Armen Eloyan (AM), Gabriela Fridriksdóttir (IS), Ged Quinn (GB), Holger John (D), Paul Kaiser (USA), Jeroen Kooijmans (NL), Paul Pretzer (D), Sophia Schama (D), Viktoria Tremmel (AT)

Ausstellungseröffnung: Freitag, 27. Februar 2009
Ausstellungsdauer: 28. Februar - 25. April 2009

Die Hamish Morrison Galerie freut sich, die Ausstellung Kings Gods & Mortals präsentieren zu können. Verschiedene zeitgenössische Künstler widmen sich in dieser Gruppenausstellung dem traditionsreichen und komplexen Thema der Beziehung des Menschen zu seiner eigenen Sterblichkeit, sowie der daraus resultierenden Konstruktion von Mythen, die dazu dienen sich selbst und den Platz, den er in der kurzen Zeitspanne, die wir das Leben nennen, einnimmt, zu definieren.

Ob als Individuen, losgelöst von Determinanten wie Geschichte und Zivilisation oder als Mitmenschen, fest verwurzelt und geprägt durch die jeweilige Gesellschaft und deren Existenzbedingungen, erforschen die Künstler in ihren Werken die Stärken und Schwächen des menschlichen Daseins und untersuchen die Ikonografie von Macht und Reichtum ebenso wie die Darstellungsmöglichkeiten von Tod und Armut. So transformiert die österreichische Künstlerin Viktoria Tremmel den Menschen in ihrer Fotografieserie zur reinen Metapher seiner eigenen Vergänglichkeit.

Kings Gods & Mortals zeigt Werke von Künstlern, die durch einen möglichst umfassenden Blick auf die eigene Epoche nach der Essenz des Seins suchen. Künstler wie Holger John, Henny Acloque oder Ged Quinn verwenden zahlreiche Referenzen zu alten Meistern wie Hieronymus Bosch, Pieter Brueghel, Rogier van der Weyden, Hans Baldung Grien und Albrecht Dürer, um die Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen, deren Leiden und ihrer Suche nach Antworten angesichts der eigenen Vergänglichkeit und zeitloser Wahrheiten durch verschiedene Epochen, zu verdeutlichen. Diese Gemälde, grafischen Arbeiten, Videos und Zeichnungen sind sehr narrativ und bedienen sich der unterschiedlichsten Ausdrucksmittel. Sie scheinen sich aus zahlreichen Märchen und Fabeln zu speisen, wie sie jedes Kind in sich trägt und die durch die Aktivierung von Ängsten, Frustrationen und Ungerechtig-keiten den Wunsch nach Überwindung durch eine starke Identifikation mit dem siegreichen Helden mit sich bringen, Während eine Künstlerin wie Gabriela Fridriksdottir dem Phänomen Mensch in den Zeichen und Mythen des Schamanismus, der Verzauberung und der Magie nachspürt.

Der Maler Paul Pretzer hingegen scheint mit seinen Mischwesen Fabeln zu erfinden, indem er sie plötzlich aufgreift, unabhängig von ihren physischen oder psycholo-gischen Zuständen. Es bleibt dem Betrachter überlassen die Moral der Geschichten zu entschlüsseln, wenn es denn eine gibt.

Der Wunsch nach Unsterblichkeit zieht als Leitmotiv durch diese Ausstellung.
So sehen manche in Holger Johns Arbeit die Illustration der Rede Aristophanes´ in Platons 'Das Gastmahl´, in der er dem Eros Zugang gewährt, während andere eher eine Referenz an Diotima, zitiert durch Sokrates, zu sehen glauben. In diesem Zitat vertritt Diotima die Auffassung, dass der Mensch Unsterblichkeit durch den kreativen Prozess, sei es durch konkrete Taten (als Held) oder durch die Erschaffung großer Kunstwerke von immerwährender Vollkommenheit (als Künstler), erlangen könne. In diesem Sinne schafft das Selbstporträt oft eine berührende 'Mis-en-abìme´ des Künstlers und seiner Sicht auf die eigene Rolle in der Gesellschaft. Die Selbst-auffassung des Künstlers und die, die er an die Welt sendet geraten oft in Konflikt mit der Versuchung den eigenen Mythos zu kreieren, deshalb liegt es bei uns die Werke zu entschlüsseln.

Welche Präsenz der Mensch und die Fragilität seiner Existenz durch seine gänzliche Abwesenheit erlangen kann, verdeutlicht die Arbeit der Künstlerin Sophia Schama.
Durch eine intensive Konfrontation mit der Natur und der damit verbundenen Rolle der Künstlerin als Erschafferin, in der Schama sich immer wieder selbst entlarvt, erzeugt sie eine tiefe Ahnung vom Leben an sich.