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Frank Badur, Colour Recall

Eröffnung: Freitag, 30. Oktober 2009, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 31. Oktober 2009 – 8. Januar 2010

„ ........, alle Kunst strebe danach, den gleichen Bedingungen wie Musik zu unterliegen. Der offensichtliche Grund wäre, daß sich in der Musik Form und Inhalt nicht auseinander reißen lassen. Melodie, oder jede beliebige Musik, ist ein Muster aus Klängen und Pausen, das sich in der Zeit entwickelt, ein Muster, das man vermutlich nicht zerreißen kann. Die Melodie ist nichts als das Muster und die Emotionen, aus denen sie entsprang, und die Emotionen, die sie weckt. Musik ist eine Sprache, die wir verwenden und verstehen, nicht jedoch übersetzen können. „ Jorge Luis Borges

Die Galerien Hamish Morrison Galerie, fruehsorge contemporary drawings und Jordan Seydoux — Drawings & Prints freuen sich, drei Ausstellungen des Künstlers Frank Badur anlässlich seines 65. Geburtstages zu präsentieren.

Der in Oranienburg geborene Frank Badur lebt und arbeitet in Finnland und Berlin, wo er seit 1985 an der Universität der Künste eine Professur für Malerei unterhält. Sein Werk wurde in zahlreichen internationalen Institutionen, (Malmö Kunstmuseum, SE, Mondriaanhuis, Amersfoort, NL, Museé de Cambrai, F, Museum of Modern Art, NY, USA, etc.), gezeigt und ist in vielen wichtigen Sammlungen, (Deutsche Bank, Frankfurt, Neue Nationalgalerie, Berlin, Museum of Fine Arts, Houston, TX, USA, etc.), präsent.

Auf den ersten Blick ein Vertreter geometrischer Abstraktion, ist Badur jedoch ein Künstler fern jeder dogmatischen Einordnung ins Fach der konkreten oder essentiellen Kunst. Eine sinnlich lebendige Beschäftigung mit Farbe und Lineatur durchzieht seine Arbeiten. In der Malerei stellen sich ihm Fragen von Maß und Proportion, untersucht er Klang und Intensität von Farben in mehr oder minder streng geordneten Feldern und Streifen. Auf dem Papier hingegen wechseln sich freie Linie und klare Gitterstruktur ab und schaffen virtuos rhythmisierte Kompositionen.

In den aktuellen Ausstellungen wird ersichtlich, dass Frank Badur mittlerweile nicht nur das gesamte Vokabular der geometrischen Abstraktion virtuos beherrscht, sondern vor allem wie er seine eigene Auffassung von Farbe und Licht auf unverwechselbare Art und Weise in seine Kunst miteinbezieht. In der Malerei treffen große und kleine Formate aufeinander und entwickeln einen Dialog. Badur präsentiert in den neuen Arbeiten eine weiterentwickelte intensive Farbpalette, in der vor allem die Rottöne eine neue Interpretation erfahren.

Im Zentrum der Ausstellung in der Galerie fruehsorge steht die Präsentation des Zeichnungs-Zyklus "Reflections on the Eisenman Grid". In diesem 24-teiligen Werkkomplex setzt sich Badur mit den formalen Strukturen des vom amerikanischen Architekten Peter Eisenman entworfenen Mahnmal für die ermordeten Juden Europas auseinander.

Die Arbeit und der Umgang mit den verschiedenen Grafiktechniken (Radierung, Siebdruck) ist für Frank Badur seit vielen Jahren ein besonderes Anliegen. Anlässlich der Ausstellung ist von der Galerie Jordan Seydoux eine eigene Serie von 6 Holzschnitten des Künstlers herausgegeben worden.  Für diese Serie hat das Atelier Tabor Press eine neue Drucktechnik mit MDF-Platten entwickelt, welche dem Künstler ermöglicht einen ganz besonderen Farbauftrag zu produzieren.

Zeitgleich zur Eröffnung der drei Ausstellungen erscheint im Kehrer Verlag ein umfassender Katalog zum Werk Frank Badurs mit Texten von Hubertus Butin und Christian Rattemeyer. In einer limitierten Sonderauflage von 100 Exemplaren enthält die Publikation eine Druckgraphik des Künstlers.

Wir freuen uns außerordentlich, die neuesten Arbeiten Frank Badurs, hier in Berlin, erstmals in einem so umfassenden Rahmen präsentieren zu können.