DEUCE Drawers Paint - Painters draw 3DDEUCE Drawers Paint - Painters draw 3D

DEUCE Drawers Paint - Painters Draw

Frank Badur, Ronald de Bloeme, Max Gimblett, Judy Millar, Sophia Schama,
Mark Sheinkman, Robert Zandvliet

Kuratiert von Jan-Philipp Frühsorge

Eröffnung: Freitag, 1. Mai 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 1. Mai - 13. Juni 2009

Die Ausstellung „Deuce" präsentiert 7 internationale künstlerische Positionen im Spannungsfeld zwischen Malerei und Zeichnung. „Zeichner malen - Maler zeichnen" beschreibt dabei eher die fließenden, immer noch stets neu zu verhandelnden
Grenzen zwischen den beiden Feldern als dass einer klaren Kategorisierung folgend, bestimmte Künstler einem spezifischen Medium zugerechnet werden oder eine Spezifik des Malerischen oder Zeichnerischen an einzelnen Künstlern exemplifiziert werden soll. Alle Künstler sind gleichermaßen sowohl mit Gemälden wie auch Arbeiten auf Papier in der Ausstellung präsent: Somit eröffnet sich dem Betrachter eine spannende Situation des vergleichenden Schauens im Blick auf Differenzen und Gemeinsamkeiten in der Behandlung von Material und Oberflächen bei gleichen Sujets.

Farbe, Fläche und Lineatur im Dialog miteinander, mal dominiert das eine, über das andere Ausdrucksmittel, stehen sich die Gestaltungsstrategien gegenüber, unentschieden, Kopf an Kopf. Wann wird die Linie zur Malerei, die Farbspur zur zeichnerischen Markierung?

Darüber hinaus schafft die Ausstellung - jenseits einer rein medialen Fragestellung, ob nun auf Leinwand oder Papier - im weitesten Sinne eine Begegnung gestischer Expressivität mit künstlerischen Ansätzen, die auf die Beruhigung und Ausbalancierung der Bildmittel setzen, treffen apollinische und dionysische Prinzipien aufeinander.

Frank Badurs (*1944) Leinwände sind reine Malerei, geometrisch geordnete Farbklänge. Sie verzichten im Unterschied zu den Papierarbeiten auf die Verwendung des Grids, jenes so typischen Gestaltungsmittels des Künstler, das zur Rhythmisierung und als kontrapunktische Strategie zu Farbe und Fläche eingesetzt wird. Hier herrscht eine geometrisch klare Übersichtlichkeit. Maß und Proportion von Feldern und Streifen, die unterschiedlicher Temperaturen gehorchen. Auf dem Papier dagegen: frei vibrierende und streng geometrische Lineaturen im Wechselchorus.

Ronald de Bloemes (*1971) auf den ersten Blick ungegenständliche Arbeiten beziehen ihre Farbcodierungen und Strukturierungen aus den Oberflächen unserer Konsum- und Warenwelt: Schilder, Verpackungen, Logos, werden zu Farb- und Linienrhythmen kondensiert. Die Leinwände leben von ihrer hoch verfeinerten Oberflächenbehandlung aus glänzenden und matten Partien. Auf dem Papier geschieht ähnliches, vielleicht jedoch mit einer größeren Freiheit, Dinge auszuprobieren, und was bei Badur das Raster ist, scheint bei de Bloeme der Pinselduktus der den geordneten Partien eine andere Textur gegenüberstellt.

Auch Sophia Schamas (*1966) Arbeiten haben diesen offen-verdeckten Wirklichkeitsbezug: Gras ist Malerei ist Gras. Im Malen von Natur befragt sie immer auch die Natur der Malerei. Das Gestrüpp auf Folie ist eine Untersuchung von Pinselspuren auf einem der Malerin neuen Terrain. Transluzide Erscheinungen, die der Zeichnung insofern nahestehen als dass sie den Prozess ihres „Gemachtseins" vorführen.

Im Fall von Mark Sheinkman (*1963) scheinen Malerei und Zeichnung in eins zu fallen, die Wahl des Malgrundes eher eine Frage des Formates zu sein als die eines anderen technischen Zuganges. In beiden Arbeitsfeldern herrscht die gleiche Technik, der Bildgrund wird mit Graphit präpariert und im Anschluß daran radiert der Künstler mit dem Radiergummi wieder aus, nicht additiv schöpfend sondern komponierende Auslöschung als Produktionsverfahren.

Wie Sheinkman, so steht auch Judy Millar, (*1957) diesjährige Repräsentantin Neuseelands auf der Biennale in Venedig, sicherlich in einem ähnlichen kunsthistorischen Traditionszusammenhang. Immer wieder stellen sich ihr Fragen nach einer bildimmanenten Kompositions- und Gestaltungslogik, während sie dabei die Grenzen des Bildraumes problematisiert. Und auch bei Millar besteht der künstlerische Prozess im vor und zurück des Hinzufügens und wieder Abtragens der Farbe.

Robert Zandvliets (*1970) Zeichnungen verhalten sich zur Malerei wie Vorstudien und Skizzen. Schnell hingeworfene Komposition und Farbideen in Graphit und Ölkreide, offen in der Struktur zwischen landschaftlich und abstrakt. Ihn interessiert nach eigenem Bekunden dieses Moment des „Umkippens" von Figuration zu Abstraktion, eine Form zu finden, die, wie de Kooning sagte, „idealerweise alle Inhalte aufzufangen in der Lage ist".

Max Gimblett (*1935) künstlerisches Repertoire reicht von geometrischer Abstraktion über die Bezugnahme auf symbolhaltige Elemente wie beispielsweise den Vierpass oder Totenschädeln als Vanistassymbolen. Bis hin zu einer stark gestischen und kalligraphischen Malerei, die ihren Bezug zu asiatischer Spiritualität nicht verleugnet.
Gimbletts Arbeiten sind immerzu Zeugnisse einer Energieentladung, mit raschem Pinselstrich hingeworfenen kraftvolle Eruptionen sowohl auf dem Papier als auf anderen Bildträgern.