ALIKA COOPER, Making Magic

Ausstellungseröffnung: Freitag, 12. Dezember 2008, 18 Uhr
Ausstellungsdaten: 12. Dezember 2008 - 21. Februar 2009

Die Hamish Morrison Galerie freut sich, die erste Ausstellung der amerikanischen Künstlerin Alika Cooper (* 1979) in Deutschland präsentieren zu können. Unter dem Titel `Making Magic´ entwirft die Künstlerin in einer Serie von Zeichnungen und Gemälden erstaunliche Überlegungen über das Kulturerbe ihres Landes.

Ihre weiblichen Portraits zeigen wichtige Figuren des amerikanischen Kinos die prägend waren für Generationen von Zuschauern und die sich nach und nach ganz unauffällig aus dem kollektiven Gedächtnis zurückgezogen haben. Cooper untersucht einerseits die Kraft des Sexappeals der Stars andererseits die Art und Weise in der sie es geschafft haben ein Bild von Weiblichkeit und Vornehmheit aufzubauen, ein Bild aufgeladen mit sexueller Kraft und Glamour und doch distanziert, das es ihnen ermöglichte gleichsam in einen modernen Olymp aufzusteigen.

So wie David Lynch in seinem Film Mullholland Drive, demontiert die Künstlerin den Mythos Hollywood und analysiert diese weiblichen Ideale und gleichzeitig den `American Dream´ im Allgemeinen. Cooper fragt sich einige Generationen später inwieweit diese Ikonen Bo, Tippi, Bianca etc., ihren eigenen Mythos kreiert, getragen und manchmal auch konsumiert haben.

Bilden diese Gesichter sich gerade heraus oder sind sie bereits im Verschwinden begriffen? Empfinden sie etwas? Ihr Blick schweift oftmals in die Ferne während ihre Gesichter völlig ungerührt bleiben. Wenn Farah ein angedeutetes Lächeln zeigt, bleibt dies doch von einer nostalgischen Betrübtheit getönt. Sie scheinen sich alle schon in einer anderen Dimension zu befinden. Waren sie dort bereits als sie sich noch auf dem Gipfel ihres Ruhmes befanden? Heute lassen sich Mythen nicht mehr gleichermaßen aufbauen. Diese mythischen und zugleich lebendigen Megastars werden heute durch meist programmierte Ikonen ersetzt.

Die Zeichnungen wie die Malerei Coopers sind mit einem festen und kontrastierenden Gestus gearbeitet, wobei die Zeichnungen breite Flächen des verwendeten, gelben Papiers sehen lassen. Ein Papier, das scheinbar von der Zeit vergilbt die isolierten Gegenstände bereits in eine andere Dimension transportiert. Eine Dimension unter anderem angefüllt mit weltweit bekannten weiblichen Gesichtern, mit denen jüngere Generationen keine Namen mehr verbinden, oder in der nur vereinzelte Häuser, Bäume oder Autos die ehemalige Anwesenheit von Menschen bezeugen. (Bobby´s House)

Coopers Blick auf Architektur führt uns auf die unendlichen Highways Amerikas.Die Zeichnungen lassen uns an die Familie Joad in John Steinbecks `Früchte des Zorns´ denken, die durch Staubstürme ruiniert, voller Verzweiflung aus ihrer Heimat nach Californien flieht, wo sie den letzten Rest ihrer Hoffnung und Integrität verliert.Die gezeigten Landschaften sind meist von der Trockenheit der Natur gekennzeichnet in der selbst die rekurrente Anwesenheit einzelner Autos, eines weiteren, bedeutenden Avatars des Amerikanischen Mythos, die endlose Leere nicht ausfüllt. Die Rückblende von `Making Magic´ erlaubt uns das Ausmaß der Trostlosigkeit und Isolation zu erkennen, in der die Anwesenheit von Menschen nur noch durch verlassene Gräber gegenwärtig ist. (Memorial)

Ist das Ende des Glaubens einer Zivilisation an die eigenen Legenden bereits ein Vorzeichen ihres eigenen Untergangs? Die Werke Alika Coopers sind weniger eine zynische Bilanz als vielmehr eine mit nostalgischer Poesie angefüllte, ehrliche Beobachtung der Fragilität jenes Ruhmes und jener Legende, welche die Zeit nicht überdauern.
Mythen schwanken und transformieren sich, das hat auch etwas Magisches.

VITA Alika Cooper